Grafikkarten Kaufberatung: Worauf sollte man beim Kauf einer Grafikkarte achten?

26.03.2026 | Alexander Breitenbauer | Grafikkarten Komponenten AMD
Darum gehts:
  • Die Wahl der Grafikkarte hängt von den individuellen Anforderungen ab, z.B. für Gaming, professionelle Anwendungen oder einfache Büroarbeit.
  • Nvidia (GeForce), AMD (Radeon) und seit 2022 auch Intel (Arc) sind die wichtigsten Hersteller, mit unterschiedlichen Serien und Leistungsstufen.
  • Wichtige technische Faktoren sind Shader-Einheiten, Taktfrequenz, Videospeicher und Leistungsaufnahme; mehr ist in der Regel besser.
  • Die Preise sind in den letzten Jahren durch Chipknappheit, Kryptowährungen, geopolitische Spannungen stark gestiegen, was die Preise nach oben treibt
  • Für einfache Aufgaben reicht oft die integrierte Grafik, während für anspruchsvolles Gaming und professionelle Anwendungen leistungsstärkere Karten notwendig sind.
  • Die aktuellen Top-Modelle bieten die beste Performance, sind aber auch sehr teuer; günstigere Alternativen sind für Einsteiger und Casual-Gamer geeignet.

Da neue Computerspiele immer anspruchsvoller werden, lohnt es sich, den vorhandenen PC von Zeit zu Zeit mit einer neuen leistungsfähigen Grafikkarte aufzurüsten. Doch auf welche technischen Daten sollte man beim Kauf einer Grafikkarte achten? Welche Hersteller sind denn empfehlenswert und warum sind die Grafikkartenpreise in den letzten Jahren so stark gestiegen? All diese Fragen möchten wir in diesem Blogbeitrag klären und Ihnen zum Abschluss konkrete Modellempfehlungen für unterschiedliche Einsatzzwecke geben, sodass Sie die ideale Grafiklösung für Ihre individuellen Ansprüche finden.

Grafikkarten-Kaufguide

Auch wenn die aktuelle Preis- und Verfügbarkeitssituation von Grafikkarten die Freude am PC-Aufrüsten etwas trübt, bietet unser Grafikkarten-Kaufguide Ihnen einige wertvolle Tipps bei der Auswahl einer passenden Grafikkarte. Bei uns erfahren Sie, welche Grafikkarten für welche Anwendungszwecke geeignet sind, welche ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten und wie Sie auch in der aktuellen Situation die passende Grafikkarte finden.

Wer braucht eine Grafikkarte?

Die Wahl einer geeigneten Grafikkarte richtet sich nach den individuellen Anforderungen an die Leistung. Viele Prozessoren (darunter alle Intel-CPUs ohne F-Suffix, alle AM4-CPUs von AMD mit G-Suffix sowie alle AM5-CPUs von AMD) besitzen bereits eine integrierte Grafikeinheit, die eine dedizierte Grafikkarte ersetzen kann. Die in der CPU integrierten Grafikprozessoren sind in ihrer Leistungsfähigkeit allerdings in den meisten Fällen nicht mit eigenständigen Grafikkarten vergleichbar und hauptsächlich für einfache Büro- und Multimediaanwendungen geeignet. Eine Ausnahme bilden hier die Ryzen-APUs mit G-Suffix des Herstellers AMD. Hierbei handelt es sich um Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit, die auch für einige Spiele in niedrigen bis mittleren Detailstufen und Full-HD-Auflösung zufriedenstellende Grafikleistung bieten. Wer jedoch auf seinem PC auch aktuelle Spiele ruckelfrei in hoher Auflösung und mit realitätsnahem Detailgrad genießen möchte, kommt in den meisten Fällen um eine dedizierte Grafikkarte nicht herum. Darüber hinaus unterstützen auch einige Anwendungsprogramme wie Bildbearbeitungs-, Videoschnitt- und Grafiksoftware GPU-Hardwarebeschleunigung, sodass die Performance der Programme durch den Einsatz einer leistungsfähigen Grafikkarte stark profitiert.

Welche Hersteller gibt es?

Über Jahrzehnte gab es nur zwei nennenswerte große Hersteller von Grafikchips am Markt: Nvidia und AMD. Bei Nvidia werden die Gaming-GPUs unter der Bezeichnung „GeForce“ vermarktet und bei AMD unter „Radeon“. Sowohl AMD als auch Nvidia entwickeln eigene Grafikkarten, bestehend aus dem Grafikchip, der Platine (oftmals „PCB“ genannt) und einem Kühlsystem. Allerdings bieten beide Hersteller nicht nur eigene Grafikkarten an, sondern stellen ihre Grafikchips diversen namhaften Boardpartnern wie Asus, MSI, ASRock, Inno3D, Manli, Palit, PNY, Sapphire, Sparkle, Zotac oder Gigabyte zur Verfügung, die auf Basis des Grafikchips eigene Grafikkarten mit individuellen PCB- und Kühllösungen entwickeln.

Einige Boardpartner haben sich auf bestimmte Grafikchips spezialisiert, so bietet Sapphire beispielsweise ausschließlich Modelle mit AMD-Grafikchips und ZOTAC Grafikkarten mit Nvidia-Grafikprozessoren an. Die vielfältigen Produkte von ZOTAC haben wir 2024 in unser Programm aufgenommen und damit unser Sortiment an Grafikkarten deutlich erweitert. Mehr über die enge Kooperation mit ZOTAC finden Sie hier. In unserem Online Shop finden Sie damit nicht nur die hochwertigen und leistungsstarken ZOTAC-Grafikkarten mit Nvidia-Chips, sondern auch die vielseitig einsetzbaren Mini-PCs der Serien ZBOX, ZBOX Pro und die für Gaming-Enthusiasten optimierten MAGNUS-Modelle anbieten zu können.

Durch die Optimierungen an Platine und Kühltechnologien können Boardpartner trotz gleichem Grafikprozessor noch leistungsfähigere oder leisere Grafikkarten anbieten und ermöglichen auch unter optischen Gesichtspunkten eine größere Vielfalt. Die Leistungsunterschiede zwischen zwei Grafikkarten unterschiedlicher Boardpartner mit gleichem Chip sind jedoch häufig nur marginal, sodass die Wahl hauptsächlich von Eigenschaften wie Kühllösung, Design und Herstellersupport abhängt.

Allerdings betrat neben AMD und Nvidia im Jahr 2022 auch der CPU-Marktführer Intel den attraktiven Grafikkartenmarkt und hat unter dem Namen „Intel Arc“ eigene Grafikkarten mit selbst entwickelten Grafikchips herausgebracht. Die Auswahl an verschiedenen Modellen bzw. Ausbaustufen war Anfang 2024 noch recht überschaubar und nicht mit der Vielfalt an AMD- und Nvidia-Grafikkarten vergleichbar, trotzdem deckt der Chip-Gigant bereits zu dem Zeitpunkt ein interessantes Spektrum von Einsteiger-Grafikkarten (A310) bis hin zu spieletauglichen Mittelklassemodellen (A770) ab. Aktuelle Modelle der B-Serie wie B570 oder B580 sind leistungstechnisch ungefähr auf Höhe einer NVIDIA GeForce RTX 4060 anzusiedeln. Neben Intel selbst haben sich vor allem ASRock und Sparkle als Boardpartner mit eigenen Designs ins Spiel gebracht.

Welche technischen Daten sollte man kennen?

Die großen drei Hauptfaktoren für die Leistungsfähigkeit sind die Recheneinheiten (Shadereinheiten, Shader Units), die Taktfrequenz und der Videospeicher. Grundsätzlich gilt: Je mehr desto besser! Dabei arbeiten Recheneinheiten und Taktfrequenz Hand in Hand. Häufig gehen viele Recheneinheiten mit niedriger Taktfrequenz einher und umgekehrt. Welche Konfiguration an Shadereinheiten und Taktfrequenz Vorteile bietet, hängt einerseits von den Zielanwendungen und andererseits auch von weiteren Rahmenbedingungen wie der maximal erlaubten Leistungsaufnahme ab. Damit sprechen wir bereits einen weiteren wichtigen Faktor an: Die Leistungsaufnahme. Theoretisch gilt, dass man bei gleicher Architektur mit höherer Leistungsaufnahme durch eine höhere Taktfrequenz auch eine höhere Leistungsfähigkeit erreicht. Allerdings skalieren Grafikkarten in den seltensten Fällen linear, sodass für einen geringen Leistungszuwachs oftmals eine große Zunahme der Leistungsaufnahme zu verzeichnen ist. Daher versuchen die Grafikkartenhersteller, stets den optimalen Kompromiss („Sweet-Spot“) aus Leistungsfähigkeit und Leistungsaufnahme zu erreichen.

Wie kann man die Leistungsfähigkeit einer Grafikkarte einschätzen?

Über die vergangenen Jahre hat sich bei den Grafikkartenherstellern Nvidia und AMD ein Namensmuster etabliert, das bereits zumindest Hersteller-intern eine Leistungseinordnung der Grafikkarten ermöglicht. Die letzten Grafikkarten-Generationen von Nvidia folgten bis auf wenige Ausnahmen dem Namensschema „RTX (bzw. zuvor GTX) X0Y0“, wobei das „X“ die Generation und „Y“ die interne Rangordnung darstellt. Je höher „X“, desto aktueller die Grafikkarte, je größer „Y“, desto schneller die Grafikkarte. Ähnliches gilt für die AMD-Modelle, die der Nomenklatur „RX XY00“ folgen. Die Grafikkarten von Intel sind derzeit in die beiden Serien Arc A (Alchemist) und Arc B (Battlemage) gegliedert, wobei es in jeder Serie unterschiedliche Ausbaustufen bzw. Varianten gibt (wie beispielsweise A310, A380, A750, A770 und B570, B580). Wie sich die Namensgebung bei zukünftigen Generationen gestaltet, ist heute allerdings noch nicht bekannt.

Um jedoch mess- und vergleichbare Leistungswerte zu bekommen, sollte man sich in unabhängige Praxisbenchmarks einlesen. Verschiedene Fachmagazine vergleichen Grafikkarten in aufwendigen Benchmarkparcours hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit in verschiedenen Spielen (mit unterschiedlichen Bildschirmauflösungen und Grafikeinstellungen) und Anwendungen. Da ein Großteil der aktuellen Computerbildschirme eine Bildwiederholfrequenz von 60 Hertz vorweist, gilt eine Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde (FPS, „Frames Per Second“) als flüssiges, ruckelfreies Spielerlebnis. Allerdings bieten diverse Gaming-Bildschirme bereits Bildwiederholfrequenzen jenseits der 200 Hertz, sodass die Leistungsfähigkeit der Grafikkarte mit der Bildwiederholfrequenz des Monitors harmonieren sollte.

Wie viel kostet eine gute Grafikkarte?

Wie teuer und leistungsfähig eine Grafikkarte sein muss, hängt selbstverständlich von den Anforderungen ab. Grundsätzlich gilt, je höher die Auflösung, also je mehr Pixel dargestellt werden, desto größer sind die Anforderungen an die Grafikkarte. Spielebenchmarks geben die Leistungen üblicherweise für drei verschiedene Auflösungen an. Es gibt Benchmarks für Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel), für WQHD (2.560 x 1.440 Pixel) und für UHD bzw. 4K (3.840 x 2.160 Pixel). Gleiches gilt für die Bildwiederholfrequenz: Je mehr Bilder pro Sekunde dargestellt werden sollen, desto größer ist der Rechenaufwand. Daher sollte der Kauf in erster Linie von der Auflösung und der gewünschten Bildwiederholrate abhängig gemacht werden. Die Preise für spieletaugliche Grafikkarten beginnen bei ca. 300-400 Euro, die High-End-Modelle liegen derzeit allerdings jenseits der 3.000-Euro-Marke (aktuelle Spitzenmodelle wie z. B. RTX 5090 liegen inzwischen teils bei 3.000-3.500 Euro).

Wieso sind Grafikkarten derzeit so teuer?

Während man vor einigen Jahren für 200-300 Euro für damalige Verhältnisse sehr leistungsfähige Grafikkarten erhielt, muss man heute nicht selten schon über 1.000 Euro auf den Tisch legen. Doch woher rührt dieser enorme Preisanstieg?

Chipkrise und Corona setzen dem Markt hart zu

Die Situation auf dem Grafikkartenmarkt ist aktuell sehr angespannt, was die Preise in die Höhe treibt. Ein wesentlicher Faktor ist die derzeit vorhandene Halbleiterknappheit, die nicht nur Grafikkarten, sondern nahezu alle elektronischen Geräte betrifft. Demnach herrscht im gesamten Elektronikmarkt eine Warenknappheit, wie man sie bisher selten gesehen hat. Unterstrichen wurde dieser Engpass durch die weltweite Corona-Pandemie ab 2020, die einerseits den Gamingmarkt aufgrund mangelnder Freizeitalternativen ankurbelte und andererseits zusätzlich Brüche in den Lieferketten durch strenge Auflagen seitens der Behörden verursachte. Die Corona-Pandemie ist in der Zwischenzeit glücklicherweise so weit abgeklungen, dass die Handelsketten wiederhergestellt werden konnten, wodurch die Grafikkartenpreise immerhin wieder ein wenig gesunken sind, sich jedoch nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau bewegen.

Kryptowährungen sorgen für Verfügbarkeitsengpässe

Eine weitere Ursache ist der globale Hype um Kryptowährungen, allen voran Bitcoin. Kryptowährungen sind virtuelle Vermögenwerte, die auch als Zahlungsmittel verwendet werden, also analog zu konventionellen Währungen wie Euro oder US-Dollar. Bei Kryptowährungen werden die Vermögenszuschreibungen in einer sogenannten Blockchain festgehalten, die durch Kryptographie verschlüsselt wird. Da die Informationen zu Inhabern und Transaktionen nicht auf einem zentralen, sondern mehreren tausend dezentralen Servern gleichzeitig verarbeitet werden, ist es nahezu unmöglich, Transaktionen genau nachzuvollziehen. Dies erlaubt den Nutzern dieser Währung ein sehr sicheres und anonymes Handeln.

Bitcoin ist die mit Abstand bekannteste Kryptowährung. Sie wurde als Open-Source-Projekt im Jahr 2009 ins Leben gerufen und erlebte seitdem einen unbeschreiblichen Aufschwung. Im Jahr 2010 war ein Bitcoin etwa 10 US-Cent wert, Anfang 2011 lag der Wert erstmals bei einem US-Dollar. 10 Jahre später – im Jahr 2021 – überstieg der Bitcoin-Kurs bereits mehrfach die 60.000-US-Dollar-Marke. Bei einem solch enormen Wachstum ist es verständlich, dass möglichst viele ein Stück vom Kuchen bekommen möchten. Doch was haben Kryptowährungen wie Bitcoin mit Grafikkarten zu tun?

Wie der Name schon sagt und bereits erwähnt setzen Kryptowährungen auf Kryptographie, um die Transaktionen zu verifizieren und zu verschlüsseln. Die Verschlüsselung ist sehr aufwendig und benötigt enorme Rechenleistung, um wirkungsvoll umgesetzt werden zu können. Hier kommen Grafikkarten ins Spiel, denn ihre Grafikchips sind aufgrund ihrer Technologie bestens für Verschlüsselungsaufgaben in Blockchains geeignet und liefern hohe Hashraten. Da das gesamte Netzwerk dezentral organisiert ist, kann überall auf der Welt Rechenleistung für Verschlüsselungsaufgaben bereitgestellt werden. Als Belohnung zur Bereitstellung der Rechenpower erhält man eine Vergütung in Form von Kryptowährungsanteilen. Da Kryptowährungen nach wie vor sehr gefragt sind und sich der Kurs in den letzten Jahren insgesamt sehr positiv entwickelt hat, nutzen viele die Chance, sich am Kryptomining („Schürfen“ von Kryptowährungen) zu beteiligen und greifen daher zu modernen Grafikkarten. Dies reicht von einzelnen Grafikkarten im heimischen PC hin bis zu größeren Mining-Farmen mit mehreren hundert Grafikkarten.

Wie sich die Lage der Kryptowährungen weiter entwickelt, kann derzeit nur sehr schwer abgeschätzt werden. Einerseits sehen einige Interessensgruppen in Kryptowährungen eine ernstzunehmende Alternative zu konventionellen Währungen. So erkannte El Salvador im September 2021 als weltweit erstes Land Bitcoin als offizielle Währung an. Auf der anderen Seite erklärte China im selben Monat Transaktionen von Kryptowährungen als illegal, auch Indien will sich dieser Sichtweise anschließen. Zum einen sind Kryptowährungen derzeit mit einem hohen Kursrisiko verbunden, zum anderen geht mit Kryptomining ein sehr hoher Stromverbrauch einher. Forscher gehen davon aus, dass weltweit jährlich etwa 114 bis 124 Terawattstunden an Strom für Kryptomining verbraucht werden. Zum Vergleich: Der gesamte Stromverbrauch in Deutschland beläuft sich im Jahr 2023 auf etwa 517 Terawattstunden jährlich. Im Iran kam es durch die hohe Belastung des Stromnetzes durch Kryptomining sogar zu Stromausfällen, sodass die Regierung das Schürfen von Kryptowährungen temporär über mehrere Monate verbot.

Aufgrund der vor allem in Deutschland gestiegenen Strompreise ist das Bitcoin-Mining hierzulande nicht mehr so attraktiv wie noch in den Jahren zuvor, was zumindest die Grafikkartenverfügbarkeit ein wenig entspannt hat. Ein beständig hohes Preisniveau hat sich allerdings trotzdem etabliert.

Geopolitische Spannungen und Handelshürden

Die Produktion von Grafikkarten ist ein globales Unterfangen, das eine fein abgestimmte Kette von Zulieferern, Herstellern und Vertriebswegen umfasst. Geopolitische Spannungen, insbesondere zwischen den USA und China, haben jedoch zu Handelsbeschränkungen, Zöllen und Unsicherheiten geführt, die die Kosten für Materialien und Komponenten in die Höhe getrieben haben. Auch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine sowie der Nahost-Konflikt im Gaza-Streifen haben einen ernstzunehmenden Einfluss auf die internationalen Handelsbeziehungen. Diese Spannungen beeinträchtigen nicht nur die direkten Kosten, sondern führen auch zu Unsicherheiten in der Lieferkette, was Hersteller dazu veranlasst, höhere Preise zu verlangen, um potenzielle Risiken abzudecken.

Der Boom der Künstlichen Intelligenz (KI)

Ein weiterer wesentlicher Treiber für die Nachfrage nach leistungsstärkeren Grafikkarten ist der rasante Aufschwung im Bereich der KI. Grafikprozessoren sind aufgrund ihrer Fähigkeit, parallele Berechnungen durchzuführen, entscheidend für das Training von KI-Modellen. Mit dem Aufkommen von Deep Learning und maschinellem Lernen in einer Vielzahl von Branchen, von der Automobilindustrie bis zur Gesundheitsversorgung, ist die Nachfrage nach GPUs, die diese rechenintensiven Aufgaben bewältigen können, sprunghaft angestiegen. Dies hat zu einem Wettbewerb um die verfügbaren Ressourcen zwischen KI-Forschern und traditionellen Verbrauchern von Grafikkarten geführt, was die Preise weiter in die Höhe treibt.

Grafikkarten Kaufberatung

Grafikkarten von NVIDIA

Die NVIDIA GeForce-Grafikkarten werden in mehrere Serien unterteilt. Früher waren die Basiskarten in der GT 700-Serie und der GT 1000-Serie anzutreffen, die hauptsächlich für geringere Anforderungen wie Büroanwendungen und Multimedia geeignet waren und sich durch einen besonders geringen Stromverbrauch auszeichneten. Einige Modelle setzen darüber hinaus auf eine passive Kühllösung, was sie vollständig lautlos arbeiten lässt. Zwar sind Modelle wie die Nvidia GeForce GT 730 oder GT 1030 noch erhältlich, allerdings werden sie vom Hersteller nicht mehr auf der eigenen Webseite beworben, sodass davon auszugehen ist, dass die Serie nicht mehr lange fortbestehen wird.

Im mittleren Preissegment findet man die Karten RTX 4060 und RTX 4070 (inklusive Ti/Super-Modelle), die sich vor allem für Gaming in Full-HD-Auflösung eignen. Modelle wie RTX 4080 und RTX 4090 sind eher im oberen Preis- und Leistungssegment angesiedelt. Die aktuellen Grafikkarten von NVIDIA sind unter der Bezeichnung „RTX 5000“ bekannt, darunter auch das Oberklassen-Flaggschiff RTX 4090. Von einigen bestehenden Modellen gibt es auch überarbeitete und leistungsoptimierte Varianten mit den Namenszusätzen „Super“ oder „Ti“.

Ein besonderes Feature von RTX-Karten ist Raytracing, was vermutlich auch der ausschlagende Grund für den Namenswechsel von GTX auf RTX war. Diese Technologie sorgt für realistische Lichteffekte und Schatten in Spielen. Auch das KI-gestützte Upscaling DLSS (Deep Learning Super Sampling) findet bei vielen Spielen heute immer mehr Anwendung und Akzeptanz. Raytracing wurde mit den RTX 2000-Grafikkarten eingeführt und wird heute auch von der Konkurrenz aus dem Hause AMD und Intel unterstützt.

Grafikkarten von AMD

Die AMD Radeon-Grafikkarten teilen sich ebenso in mehrere Serien auf. Das derzeitige Lineup der AMD-Grafikbeschleuniger weist leider keine typischen Einsteigermodelle wie die GT 700- und GT 1000-Grafikkarten von Nvidia auf, weshalb wir an dieser Stelle auf die schon länger auf dem Markt befindlichen unteren RX-7000-Modelle (z. B. RX 7600) als moderne Einsteiger der Mittelklasse verweisen. Diese sind für einfache Spiele ausreichend und bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Im mittleren bis hohen Preis- und Leistungsbereich bewegen sich die Radeon RX 7700, RX 7800 und im High-End Bereich eine RX 7900. Ähnlich wie bei Nvidia hat AMD innerhalb ihrer Serien bereits optimierte Modelle im Sortiment, die sich durch den Namenszusatz „XT“ oder „XTX“ auszeichnen. Wie bei der Nvidia-Konkurrenz ist seit 2025 mit den RX-9000-Modellen (RDNA 4-Generation) bereits eine neue Generation am Start.

Grafikkarten von Intel

Intel hat sich zwar auf dem CPU-Markt fest etabliert, ist im Bereich der Grafikbeschleuniger allerdings noch in der Newcomer-Rolle zu sehen. In den Jahren 2021 bis 2023 führt Intel fünf verschiedene Modelle ein. Die Modelle A310 und A380 bilden den Einstieg, gefolgt von der A580 und den beiden Topmodellen zu diesem Zeitpunkt A750 und A770. Die 2. Generation Arc „Battlemage“ (Xe2) kam dann 2024/25 als B-Serie mit den Topmodellen B570 und B580 auf den Markt. Jedoch muss man an dieser Stelle den Begriff „Topmodell“ ehrlicherweise etwas relativieren, denn selbst die stärkste Intel-GPU Arc B580 bewegt sich im Durchschnitt im Bereich einer Nvidia GeForce RTX 4060 (Ti) und einer AMD Radeon RX 7600 (XT), welche im Gamingbereich Vergleich zu den stärkeren GPUs, aus dem Hause Nvidia und AMD aber eher im Einstiegslevel einzuordnen sind.

Welche Grafikkarte ist für wen die Richtige?

Aufgrund der aktuellen Preislage ist eine preisgebundene Empfehlung nur sehr schwer auszusprechen, weshalb wir uns vor allem an den Leistungsdaten und den Anwendungsfällen orientieren.

Für sehr einfache Büroaufgaben kann bereits die in vielen Prozessoren integrierte Grafikeinheit vollkommen ausreichen und eine dedizierte Grafikkarte überflüssig machen. Hierzu zählen beispielsweise Ryzen-APUs mit einem G-Suffix (zum Beispiel der R7 5700G) oder Intel-Modelle ohne F-Suffix. Alternativ kann man auch zu Modellen wie der AMD RX 550, einer Nvidia GT 710/730/1030 oder einer Intel Arc A310/A380 greifen. Die Grafikleistung der AMD-APUs reicht oftmals auch für einfachere Spiele in geringer Auflösung aus. Hat man leichte Gaming-Ambitionen in Full-HD, sollte man mindestens zu einer AMD RX 6600, einer Nvidia GTX 3050 oder einer Intel Arc A580 greifen.

Möchte man Gaming in höheren Auflösungen und einer detaillierten Darstellung genießen, sollte man zu den aktuellen Nvidia-Modellen der RTX-5000-Serie oder zu AMDs Grafikkarten der RX-9000-Serie greifen, alternativ sind auch die Vorgängerserien RTX 4000 und RX 7000 empfehlenswert. Den Einstieg bilden hier die Modelle RTX 4060 Nvidia, die RX 7600 von AMD und die Intel Arc A770, die mit einem Grafikspeicher von acht Gigabyte (bzw. bei der Intel Arc A770 sogar sechzehn Gigabyte) und hoher Grafikleistung sehr gut für aktuelle Spiele geeignet sind. Etwas mehr Leistung bieten die RTX 4070 bzw. 4080 und die RX 7700 bzw. RX 7800 mit zwölf bis sechzehn Gigabyte GDDR6-Speicher, sodass auch Auflösungen wie WQHD in höheren Bildwiederholraten als 60 FPS flüssig dargestellt werden können. Die Modelle Nvidia RTX 4090 (24 GB Grafikspeicher) und die AMD Radeon RX 7900 XTX (24 GB Grafikspeicher), liefern zwar hervorragende Gamingperformance, bewegen sich preislich jedoch deutlich im höheren vierstelligen Bereich. Die neuen NVIDIA RTX 5000er Reihen und AMD 9000er Modelle sind nicht in jeder Variante immer merklich schneller im Vergleich zu den Vorgängern, überzeugen jedoch durch verbesserte Raytracing- und AI-Einheiten. Die RTX 5090 ist hier jedoch herauszuheben und als signifikantes Upgrade zu bezeichnen, besonders für Enthusiasten, die maximale Leistung bei 4K-Auflösung und Raytracing suchen. Ansonsten ist als Fazit anzumerken, dass NVIDIA die Grenzen pusht und AMD eher die Mittelklasse optimiert.

Grafikkarten aus dem ECOM Hardware-Großhandel

Zwar hat die Grafikkarte einen sehr großen Anteil an der Spieleperformance eines PCs, doch im Endeffekt entscheidet die Kombination aus Grafikkarte, Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher und noch weiteren Komponenten, wie leistungsfähig das System tatsächlich ist. Hilfe bei der Zusammenstellung eines kompletten Gaming-PCs bietet unser Blogartikel.

Abhängig von Ihrer aktuellen Grafikkarte und Ihren individuellen Anforderungen können Sie Ihren Gaming-PC durch Einbau eines High-End-Modells auf ein neues Level heben. Bereits für wenige hundert Euro finden sich einige gute Grafikkarten. Wer das Beste vom Besten möchte, muss allerdings zu kostspieligeren Varianten greifen, die aufgrund diverser äußerer Faktoren teilweise deutlich über der unverbindlichen Preisvorstellung (UVP) des Herstellers verkauft werden. Trotzdem geben wir jeden Tag unser Bestes, Ihnen in unserem Hardware-Großhandel Online Shop die besten Großhandelspreise zu bieten. Besuchen Sie uns gerne und überzeugen sich von unserem umfangreichen Sortiment an Grafikkarten und weiteren IT-Komponenten.


  • Jetzt als Neukunde registrieren

    Persönlichen Ansprechpartner erhalten & Vorteile genießen