Grafikkarten Kaufberatung: Worauf sollte man beim Kauf einer Grafikkarte achten?

Da neue Computerspiele immer anspruchsvoller werden, lohnt es sich, den vorhandenen PC von Zeit zu Zeit mit einer neuen leistungsfähigen Grafikkarte aufzurüsten. Zudem verbrauchen aktuelle Grafikprozessoren deutlich weniger Strom als alte Modelle und rentieren sich damit also auch finanziell. Doch seit einigen Monaten ist es sehr schwer eine passende Grafikkarte zu kaufen, da diese oft entweder ausverkauft sind oder nur zu extremen Aufpreisen erhältlich sind. Dies liegt zum einen am Gaming-Boom, der durch die Corona-Krise begünstigt wurde und zum anderen am Mining von Kryptowährungen, was viele starke, belastbare Grafikkarten braucht. Dies treibt den Preis deutlich nach oben.

Grafikkarten Kaufguide

Wer trotzdem eine Grafikkarte benötigt, wenn beispielsweise die alte defekt ist oder man sich einen Gaming-PC selber basteln will, für den haben wir im Folgenden einige Tipps. Sie erfahren hier, welche Grafikkarten für welche Anwendungszwecke geeignet sind, welche ein gutes Preis-Leistungsverhältnis besitzen und wie Sie trotz der aktuellen Situation die passende Grafikkarte finden.

Wer braucht eine Grafikkarte?

Die Wahl einer geeigneten Grafikkarte richtet sich nach den individuellen Anforderungen an die Leistung. Manche PCs haben bereits eine im Prozessor integrierte Grafikeinheit. Dabei handelt es sich meist um Office-Rechner. Dies reicht locker aus, um Office-Anwendungen auszuführen, im Internet zu surfen oder Videos anzuschauen. Wer jedoch seinen PC zum Spielen verwenden möchte, kommt in den meisten Fällen um eine eigenständige Grafikkarte nicht herum. Diese liefert genügend Leistung, um aktuelle Spiele flüssig darstellen zu können. Auch wer täglich mit Bildbearbeitungs-, Videoschnitt- oder Grafikprogrammen arbeitet, benötigt eine gute Grafikkarte.

Welche Hersteller gibt es?

Derzeit gibt es zwei große Player am Markt: Nvidia und AMD. Bei Nvidia laufen die Gaming-GPUs unter der Bezeichnung „GeForce“ und bei AMD unter „Radeon“. Sucht man nach einer Grafikkarte, so findet man solche unter diversen namhaften Herstellern wie Asus, MSI oder Gigabyte. Diese sind sogenannte Boardpartner, die die GPUs von Nvidia und AMD nutzen und ihre eigenen Grafikkarten zusammenstellen.

Nimmt man beispielweise die GeForce RTX 2060, so basiert sie auf dem Grafikchip von Nvidia. Die Karten von den verschiedenen Herstellern unterscheiden sich nur durch das Kühlkonzept und die Taktfrequenz. Für die reine Leistung spielt die Boardpartner-Marke eine untergeordnete Rolle.

Welche technischen Daten sollte man kennen?

Die großen drei Hauptfaktoren sind Recheneinheiten (Shadereinheiten, Shader Units), die Taktfrequenz und der Videospeicher. Grundsätzlich gilt, je mehr desto besser. Dabei arbeiten Recheneinheiten und Taktfrequenz Hand in Hand. Häufig ist es so, dass viele Recheneinheiten mit niedriger Taktfrequenz einhergehen. Diese erreichen meist eine höhere Performance als Grafikkarten mit wenigen Recheneinheiten und hoher Taktfrequenz. High-End Grafikkarten besitzen eine Shader Anzahl zwischen 2.500 und 10.496 Einheiten. Die Taktrate im High-End-Bereich liegt hingegen zwischen 1.200 und 1.860 Megahertz.

Hinzukommt die Spiele-Benchmark. Diese beschreibt wie viele Bilder pro Sekunde die jeweilige Grafikkarte in bestimmten Spielen berechnen kann. Alles ab 40 Bildern pro Sekunde gilt im Allgemeinen als „flüssiges Spielerlebnis“. Bei einigen Spielen sind auch 60 Bilder pro Sekunde notwendig.

Wie viel kostet eine gute Grafikkarte?

Wie teuer eine Grafikkarte ist, hängt selbstverständlich von den Anforderungen ab. Grundsätzlich gilt, je höher die Auflösung, also je mehr Pixel dargestellt werden, desto größer sind die Anforderungen an die Grafikkarte. Die eben angeführte Spielebenchmark wird in drei verschiedenen Auflösungen angegeben. Es gibt Benchmarks für Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel), für WQHD (2.560 x 1.440 Pixel) und für UHD (3.840 x 2.160 Pixel). Daher sollte der Kauf in erster Linie von der Auflösung abhängig gemacht werden. Wer einen Full-HD-Monitor besitzt, bekommt schon für rund 300-400 Euro eine gute Grafikkarte mit guten Grafikeinstellungen für Spiele.

Grafikkarten Kaufberatung

Grafikkarten von NVIDIA

Die NVIDIA GeForce-Grafikkarten werden in mehrere Serien unterteilt. Die Basiskarten sind in der GT 700-Serie anzutreffen. Diese sind eher für geringere Anforderungen geeignet. Im mittleren Preissegment findet man die GTX-1000-1600 Serien. Aktuelle Grafikkarten sind unter RTX 2/3000 Serie bekannt. Die Oberklasse erstreckt sich die letzten Nummern von 60 bis 90 bei der 2000er- und 3000er-Serie.

Eine besondere Eignung bei RTX-Karten ist Raytracing. Dies sorgt für realistische Lichteffekte und Schatten in Spielen. Auch die KI-gestützte Upscaling DLSS Eignung (Deep Learning Super Sampling), das bei vielen Spielen noch in den Kinderschuhen steckt, kann in Zukunft Mehrwert bieten.

Grafikkarten von AMD

Die AMD Radeon-Grafikkarten teilen sich ebenso in mehrere Serien auf. Das Einsteiger-Segment umfasst die Serie RX 400. Diese sind häufig für Gamer ausreichend und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Im mittleren bis hohen Bereich bewegt sich die Radeon RX 5000-6000er-Serie (ähnlich zu NVIDIAs RTX 2060 und 2080). Die RX Vega-Reihe bietet besonderes Gaming-Vergnügen im High-End-Bereich.

Bisher dominiert NVIDIA mit leistungsstarken Grafikkarten den Markt, doch auch AMD hat einige Vorteile und holt immer weiter auf.

Welche Grafikkarte ist für wen die Richtige?

Um die Suche nach einer neuen Grafikkarte zu vereinfachen, im Folgenden ein paar Anwendungsbeispiele. Als Freizeit-Nutzer oder für Nutzer von Office-PCs, die keine Grafik-intensiven Programme verwenden, reicht oftmals schon die integrierte GPU, die in modernen Prozessoren meist schon verbaut ist. Wer aufrüsten möchte oder eine neue Grafikkarte benötigt, für den könnte sich die NVIDIA GTX 1650 oder eine andere aus den Hauptreihen mit einer 50 am Ende eignen. Aus der AMD-Reihe eignet sich die Radeon RX 500-Reihe z.B. die RX 570/580, welche auch bei Gelegenheitsspielern punkten kann. Mit dieser können die meisten Spiele auf Full HD mit über 60 Bildern pro Sekunde gespielt werden. Auch der VRAM, der für Bild- und Videobearbeitungssoftware wichtig ist, ist mit acht Gigabyte ausreichend.

Für echte Gamer ist die Nvidia RTX 3000-Serie perfekt. Sogar die günstigste Variante, die RTX 2060-3060 die für 400 bis 700 Euro erhältlich ist, schafft die meisten Spiele in WQHD. Die stärkste Karte aus der Reihe ist die RTX 3090, die kaum Gamer-Wünsche offenlässt.

Weitere Beispiele für Grafikkarten, die für Full-HD ausreichen:

Beispiele für Grafikkarten, die auch WQHD mit mindestens 60fps bewältigen:

Beispiele für Grafikkarten, die 4K mit mindestens 40fps bewältigen:

Grafikkarten aus dem ECOM Hardware-Großhandel

Da die Leistung des restlichen Systems auch eine Rolle spielt, können wir natürlich keine Garantie auf die oben aufgeführten Werte für Ihren PC geben. Denn nur mit einer Grafikkarte erreicht man bei einem modernen PC nicht viel. Prozessor, Mainboard, Speicher und noch weitere Komponenten sind ebenso nötig wie wichtig. Hilfe bei der Zusammenstellung eines ganzen Gaming-PCs bietet unser Blogartikel.

Abhängig von der aktuellen Grafikkarte und Ihren individuellen Anforderungen, können Sie Ihren Gaming-PC aufrüsten oder durch Einbau eines High-End-Modells in neue Bildqualitätssphären vorstoßen. Bereits für unter 300 Euro finden sich eine Menge guter Grafikkarten. Wer das Beste vom Besten möchte, muss allerdings zu kostspieligeren Varianten greifen. Besonders lohnt sich der Blick in unseren Hardware-Großhandel für Wiederverkäufer, da wir aktuell noch eine Auswahl an Grafikkarten zu Großhandelspreisen auf Lager haben.