Tastaturguide – Für jeden Anwendungsfall die richtige Tastatur

10.11.2022 | Alexander Breitenbauer | TastaturZubehör

Für viele sind Tastaturen einfach nur ein Must-have, das man zur Nutzung eines PCs eben braucht. Dabei bieten Tastaturhersteller heute eine unglaubliche Vielfalt an Tastaturmodellen mit verschiedenen Eigenschaften. In diesem Blogbeitrag zeigen wir, was bei der Wahl der idealen Tastatur hinsichtlich Schalter, Layout und Beleuchtung zu beachten ist.

Auf die Schalter kommt es an

Einen maßgeblichen Einfluss auf das Tippgefühl haben die verschwendeten Schalter. Unter jeder Tastenkappe sitzt ein eigener Schalter, der bei Betätigung ein entsprechendes Signal an den Computer sendet. Grundlegend kann man die Schalter in vier unterschiedliche Kategorien eingruppieren: Rubberdome-Schalter, Scherenschalter, mechanische Schalter und optische Schalter.

Rubberdome-Schalter

Rubberdome-Schalter sind die wohl am weitesten verbreiteten Schalter und erstrecken sich von günstigen Office-Tastaturen bis hin zu Gaming-Tastaturen. Bei Rubberdome-Tastaturen findet man unter den Tastenkappen flexible Puffer aus Gummi oder Silikon mit einem Kontakt in der Mitte, der beim Betätigen der Taste ausgelöst wird. Das flexible Material des Puffers sorgt dafür, dass die Taste nach dem Loslassen wieder in ihre ursprüngliche Position hochspringt.

Dabei sind diese Puffer meist nicht einzeln, sondern als vorgefertigte Matte verbaut, was die Produktion deutlich vereinfacht und somit den Preis für solche Tastaturen senken kann. Außerdem werden die Tasten beim Anschlag durch das Gummi- oder Silikonmaterial etwas gedämpft, sodass Rubberdome-Tastaturen beim Tippen sehr leise sind.

Allerdings kann das flexible Material mit der Zeit etwas ausleiern, wodurch das Schreibgefühl zunehmend schwammiger und ungenauer wird. Auch die notwendige Betätigungskraft lässt mit der Zeit nach. Damit einher geht die im Vergleich zu anderen Schaltertypen geringere Lebensdauer, denn mit nur etwa fünf Millionen Anschlägen liegt man beispielsweise deutlich hinter mechanischen Schaltern mit über 50 Millionen Anschlägen.

Scherenschalter

Etwas widerstandsfähiger als Rubberdome-Schalter sind Schalter, die auf der Scherentechnik basieren. Bei dieser Schaltertechnik sind unter der Tastenkappe wie bei Rubberdome-Tastaturen ebenfalls kleine Gummi- oder Silikonpuffer angebracht, die die Taste nach Betätigung wieder in ihre Ausgangsposition drücken. Allerdings wird der Betätigungsweg durch zwei Scheren geführt, welche die Taste stabilisieren. Dadurch wird gewährleistet, dass sich die Taste immer rechtwinklig zur Tastaturplatine bewegt und es somit zu einer verzögerungsfreien Auslösung kommt. Darüber hinaus wird dadurch die Lebensdauer der Tastatur erhöht, gute Scherentastaturen schaffen etwa 30 Millionen Anschläge je Taste.

Scherentastaturen sind durch die angewandte Technik sehr leise und zeichnen sich durch einen geringen Hubweg aus, weshalb sie meist in Notebooks oder flachen Office-Tastaturen zum Einsatz kommen.

Mechanische Schalter

Heute werden Tastaturen mit mechanischen Schaltern hauptsächlich in hochpreisigen High-End-Tastaturen eingesetzt. Daher ist es kaum zu glauben, dass mechanische Schalter bereits in den ersten Tastaturmodellen der PC-Geschichte verwendet wurden, ehe sie aus Kostengründen Rubberdome-Schaltern weichen mussten. Mechanische Schalter bestehen aus einer Basis, einer Feder und einem Schaft. Beim Betätigen der Taste schließt der Schaft einen elektrischen Kontakt, die Feder treibt die Taste nach dem Loslassen wieder in die ursprüngliche Position. Durch unterschiedliche Konfigurationen und Ausführungen von Feder, Basis und Schaft kann das Tippverhalten maßgeblich beeinflusst werden. Als drei Haupttypen haben sich lineare, taktile und klickende Schalter etabliert.

Bei linearen Schaltern entwickelt sich der Betätigungsweg proportional zur Betätigungskraft, wobei der Auslösepunkt meist vor dem unteren Anschlag („Bottom-Out“) liegt. Allerdings erhält man keine haptische Rückmeldung, wann genau die Taste ausgelöst wird. Aufgrund dieser Charakteristik sind lineare Switches bei Spielern sehr beliebt. Taktile Schalter bieten dagegen ein klares haptisches Feedback, wenn eine Taste ausgelöst wird. Dies wird mit einem kleinen Widerstand realisiert, der zum Auslösen der Taste überwunden werden muss. Taktile Switches werden häufig als Allrounder verwendet, die sowohl zum Spielen als auch für das produktive Arbeiten geeignet sind. Klickende („clicky“) Schalter bieten neben einem haptischen auch ein akustisches, klickendes Feedback beim Auslösen einer Taste. Dieser Schaltertyp wird beispielsweise von Programmierern und Vielschreibern gerne gewählt, ist aufgrund des recht lauten Tippverhaltens allerdings nicht unbedingt für Großraumbüros geeignet.

Als zusätzliche Schaltereigenschaft ist die benötigte Betätigungskraft zu beachten. Je geringer die Betätigungskraft, desto leichter lassen sich die Tasten betätigen. Im Gegenzug sind leicht zu betätigende Schalter jedoch auch anfälliger für unbeabsichtigte Eingaben. Die notwendige Auslösekraft liegt bei gängigen Schaltern zwischen 45 und 60 Gramm. Auch der Auslöseweg spielt beim Tippverhalten eine große Rolle, typischerweise liegt dieser zwischen 1,2 und 2,2 Millimetern.

Der wohl bekannteste Hersteller von mechanischen Schaltern für Tastaturen ist Cherry mit den MX-Schaltern, aber auch Kailh ist gerade bei etwas günstigeren mechanischen Tastaturen weit verbreitet. International ist auch Gateron als Hersteller weit verbreitet.

Optische Schalter

Vor allem in den letzten Jahren kamen optische Schalter immer mehr ins Gespräch. In ihrer Tippcharakteristik ähneln sie mechanischen Schaltern, ebenso in Betätigungskraft und Auslöseweg. Der größte Unterschied ist die Technologie hinter der Betätigungserkennung. Während bei mechanischen Tastaturen ein physischer elektrischer Kontakt geschlossen wird, befindet sich im Inneren eines optischen Schalters eine kleine Lichtschranke, die eine Schalterbetätigung registriert. Dadurch können schnellere Reaktionszeiten realisiert und die Lebensdauer der Schalter erhöht werden. Derzeit ist die Auswahl an unterschiedlichen optischen Schaltern noch nicht so groß wie bei mechanischen Modellen, jedoch nimmt auch hier die Vielfalt stetig zu.

Unterschiedliche Layouts für individuelle Anforderungen

Die verwendeten Schalter wirken sich zwar unmittelbar auf das Tippgefühl aus, allerdings hängt auch vom Formfaktor maßgeblich ab, ob sich eine Tastatur für den eigenen Einsatzzweck eignet. Hierbei sind sowohl das sprachbezogene Layout als auch der Formfaktor von tragender Rolle.

Sprachlayout

Die meisten in Deutschland erhältlichen Tastaturen werden mit einem deutschen Sprachlayout (ISO-DE) angeboten. Diese Tastaturen umfassen beispielsweise die deutschen Umlaute sowie eine QWERTZ-Ausrichtung. International bekannter ist dagegen das ANSI-Layout, das vor allem in englischsprachigen Raum anzutreffen ist. ANSI-Tastaturen werden in den meisten Fällen als QWERTY-Variante ausgelegt und unterscheiden sich vom ISO-Format hauptsächlich durch eine andere Belegung der Satz- und Sonderzeichen sowie eine geänderte Return-Taste. Als drittes bekanntes Layout ist JIS zu nennen, welches ähnlich wie ISO-Tastaturen strukturiert ist, jedoch über einige weitere Tasten im Bereich der Buchstaben und Satzzeichen sowie der untersten Tastenreihe verfügt.

Formfaktoren

Das bekannteste Format einer Tastatur ist das 100 %- bzw. Vollformat, das im Grunde in vier Bereiche aufgeteilt werden kann. Den größten Bereich machen die Buchstaben, die Zahlenreihe sowie die unterste Tastenreihe mit Tasten wie Strg, Alt, Leertaste usw. aus. Über diesem Bereich findet sich eine Tastenreihe mit Esc sowie den zwölf Funktionstasten. Rechts neben diesen beiden Bereichen findet man einen dritten Abschnitt mit den vier Richtungstasten und neun spezifischen Tasten, u. a. für Einfg, Entf und Pos1. An der rechten Seite einer 100 %-Tastatur ist der Nummernblock inklusive Tasten für mathematische Operatoren sowie eine Enter-Taste angeordnet. Die meisten dieser Tastaturen kommen auf 105 Tasten, Gamingtastaturen mit Makro-Tasten können noch weitere Tasten aufweisen.

Die gleiche Menge an Tasten bei etwas kleineren Abmessungen bieten 1800- und 96 %-Tastaturen. Im Grunde werden bei diesen Tastaturen alle Tasten etwas enger zusammengeschoben als bei einer 100 %-Tastatur. Hierfür fallen beispielsweise die Lücken zwischen Buchstabenbereich, Pfeiltastenbereich und Nummernblock weg.

Besonders bei Gamern beliebt sind 80 %-Tastaturen, die auch häufig als TKL-Tastaturen („Tenkeyless“) bezeichnet werden. Bei diesen Tastaturen wird eine Vollformat-Tastatur als Vorbild genommen und der Nummernblock weggelassen. Dies hat den Vorteil, dass die Hände für Maus- und Tastaturbedienung beim Spielen nicht so weit auseinanderliegen und somit eine bequemere Körperhaltung eingenommen werden kann.

75 %-Tastaturen sind nochmals etwas kleiner als 80 %-Modelle. Hierzu werden die Pfeiltasten ein wenig nach links versetzt angebracht, dazu entfallen einige dedizierte Tasten wie „Bild hoch“ oder „Bild runter“. Diese Funktionen können mittels Doppelbelegung von Tasten in Verbindung mit einer FN-Taste genutzt werden.

Tastaturen mit 65 %-Formfaktor entsprechen grundlegend 75 %-Tastaturen, bei der jedoch die oberste Tastenreihe mit den Funktionstasten entfernt wurde. Die Funktionstasten werden dann meist als Doppelbelegung in der Zahlenreihe hinterlegt.

Nochmals kleiner sind 60 %-Tastaturen, bei denen im Vergleich zu 100 %-Keyboards alle Tasten rechts der Return-Taste sowie die Funktionstasten wegfallen. Selbst die Pfeiltasten sind nur über eine Doppelbelegung nutzbar.

Die kleinsten üblichen Tastaturen sind im 40 %-Format gefertigt, bei denen zusätzlich zu 60 %-Modellen auch noch die Zahlenreihe fehlt. Um sämtliche Funktionen einer Vollformat-Tastatur nutzen zu können, ist nicht selten eine Dritt- oder gar Viertbelegung der Tasten notwendig.

Wozu braucht man beleuchtete Tastaturen?

Vor allem bei Gamern, aber auch bei produktiv arbeitenden PC-Nutzern werden beleuchtete Tastaturen immer beliebter. Hierzu sind unter den Tastenkappen kleine LEDs verbaut, die Licht nach oben Richtung Tastenkappen strahlen. Hierbei ist allerdings zwischen verschiedenen Beleuchtungsarten zu unterschieden.

Die einfachste Beleuchtungsform ist eine einfarbige Tastaturbeleuchtung, meist weiß, rot oder blau. Diese Beleuchtung ist durch einfarbige LEDs vorgegeben und kann durch den Nutzer nicht verändert werden.

Eine etwas individuellere Beleuchtung bieten Tastaturen mit RGB-LEDs, die auch in verschiedenen Farben leuchten können. Günstigere Tastaturmodelle bieten oftmals nur die Möglichkeit, alle Tasten in verschiedenen, aber vordefinierten Farben beleuchten zu lassen. Komplexere Beleuchtungskonzepte erlauben dagegen, jede einzelne Taste mit einer Farbe aus dem gesamten RGB-Spektrum zu hinterlegen. Die Konfiguration kann entweder über die Tastatur selbst oder über eine PC-Software vorgenommen werden.

Beleuchtete Tastaturen haben den Vorteil, dass sich die Tasten hinsichtlich ihrer Funktion farblich voneinander absetzen können. Nutzt ein PC-Spieler beispielsweise bestimmte Tasten, so kann er diese farblich von nicht genutzten Tasten trennen und somit bereits aus dem Augenwinkel die richtigen Tasten treffen. Des Weiteren hilft eine Tastaturbeleuchtung beim Arbeiten bei schlechten Lichtverhältnissen. Hierbei sollte man allerdings darauf achten, dass die Tastenkappen über eine lichtdurchlässige Tastenbeschriftung verfügen, da sonst in dunklen Szenarien trotz Tastaturbeleuchtung die Tastenbeschriftung nicht gelesen werden kann. Als weiterer Vorteil ist auch noch die Optik anzuführen. Gerade RGB-Tastaturen lassen sich optisch sehr gut ins gesamte PC-Setup integrieren, sodass das PC-System einen harmonischen und abgestimmten Eindruck macht.

Tastaturen sind heute mehr als nur Eingabegeräte

Am ursprünglichen Sinn und Zweck einer Tastatur hat sich über die Zeit hinweg nichts geändert, denn auch heute dienen sie dazu, dedizierte Signale an einen PC zu übermitteln. Allerdings hat sich die Wahl der richtigen Tastatur heute zu einer richtigen Philosophie entwickelt. Weltweit hat sich bereits eine riesige Community gebildet, die sich mit der perfekten Tastatur auseinandersetzt. Es wird über verschiedene Schalter diskutiert und diese sogar modifiziert, beispielsweise mit anderen Federn oder einer besonderen Schmierung in mechanischen Schaltern. Auch über verschiedene Formfaktoren mit individuellen Platinen und Tastenbelegungen, Materialien wie Holz und Metall und die optimalen Tastenkappen wird sich rege ausgetauscht. Letztendlich ist die Wahl der idealen Tastatur jedoch sehr typenabhängig, denn nur man selbst kann entscheiden, welcher Formfaktor und welcher Schalter am besten zu den eigenen Vorlieben und Anforderungen passt. Beim Hardware Großhandel Ecom Trading finden Sie ein großes Sortiment an verschiedenen Tastaturen, in der mit Sicherheit eine passende Tastatur für Ihre Anwendungen zu finden ist. Kommen Sie gerne auf unsere kompetenten und freundlichen Mitarbeiter zu, wir beraten Sie bei der Auswahl Ihrer perfekten Tastatur.